Berliner Wärmebildgeräte für die NATO

Berliner Wärmebildgeräte für die NATO

Der Einsatz von Wärmebildtechnik ist aus modernen Konflikten nicht mehr wegzudenken. Vom einzelnen Infanteristen über gepanzerte Fahrzeuge bis hin zu Drohnen - die Möglichkeit mehr zu sehen als das Gegenüber, wirkt sich massiv auf die Balance aktueller militärischer Auseinandersetzungen aus. Dies beweist nicht zuletzt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Unter anderem vor diesem Hintergrund durchlaufen viele Streitkräfte derzeit eine umfassende Modernisierung der eigenen Nachtkampffähigkeiten und angesichts der akuten Bedrohungslage sind hiervon insbesondere die osteuropäischen Mitgliedsstaaten der NATO betroffen.

 

Kombination von TigIR und TILO

Nachdem insgesamt bis zu 80 Geräte von Typ TigIR und TILO in den letzten zwei Jahren einer intensiven Erprobung in den tschechischen Streitkräften unterzogen wurden, erfolgte Mitte 2022 die Bestellung eines ersten Teilloses von weiteren 400  TigIR-6M Vorsatzgeräten und 26 TILO-6M Wärmebildbrillen aus dem Hause der Andres Industries AG (AIAG). Für das kommende Jahr wird mit weiteren und deutlich umfangreicheren Bestellungen gerechnet. Ein ausschlaggebender Faktor für die Beschaffung der Berliner Wärmebildbrillen liegt vermutlich auch an der schnellen Bereitstellung der Geräte. So ist Andres Defence, der Rüstungsarm der Andres Industries AG in der Lage, innerhalb von neun Monaten die benötigten Mengen zu liefern. 

Die kleinste Wärmebildbrille der Welt sticht durch ihre Kompaktheit und Modularität hervor und kann entweder direkt am Helm, oder aber auch als kleines Vorsatzgerät vor verschiedenen Zieloptiken verwendet werden. Der TigIR ist dagegen ein reines Wärmebildvorsatzgerät, welches trotz der hohen Reichweite von drei Kilometern besonders kompakt und leicht ist.

Mittelstand als Sicherheitsgarant

Insbesondere in Krisenzeiten zeigen sich die Vorteile mittelständischer Unternehmen. der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als zuverlässige Anbieter dringend benötigten Materials. Im Gegensatz zu den großen Rüstungskonzernen sind hier noch ausreichende Fertigungskapazitäten vorhanden und die ebenfalls größere Flexibilität ermöglicht es selbst auf spezielle Anforderungen in kürzester Zeit zu reagieren. Ein Beschaffungskonzept, das fruchtet. Weitere NATO-Staaten folgen bereits dem Prager Vorbild und planen die Anschaffungen von AIAG-Geräten in ähnlich großem Umfang ab 2023. So hat Andres Industries erst kürzlich einen weiteren Zuschlag für eine Ausschreibung des estnischen Verteidigungsministeriums zur Ausstattung von 66 Scharfschützengewehren mit dem TigIR erhalten. Auch hierbei handelt es sich um das erste Los einer längerfristig angesetzten Beschaffungsinitiave.

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